Wunderschöne Sandstrände, Meer und saftig grüne Wälder – die ersten 2.000 km liegen bereits hinter uns

Wunderschöne Sandstrände, Meer und saftig grüne Wälder – die ersten 2.000 km liegen bereits hinter uns

Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht in unserem Camper „Uluru“ startet unser Tag mit einem tollen Campingfrühstück, heute gibt’s Rührei und Avocadobrot (so toll, dass in Australien sowohl Avocados und auch Bananen wachsen). Unser Koalabär Nachbar macht sich zur gleichen Zeit über etwas Eukalyptus her. Da es ein schöner sonniger Tag ist, entscheiden wir uns für einen Strandbesuch am Vormittag, wenn die Sonne noch nicht zu stark ist. Wir fahren zum nahegelegenen Tip Beach und sind begeistert vom wunderschönen, einsamen Strand Mitten im Nationalpark. Da die Wellen sehr stark sind und das Tasmanische Meer eher kalt, lassen wir das Schwimmen aber ausfallen. Zu Mittag fahren wir dann weiter Richtung Osten und wir verlassen den Bundesstaat Victoria und betreten zum ersten Mal New South Wales.  Der nächste Stopp ist eine kleine Pause zur Stärkung im Städtchen Eden.

Danach geht’s weiter und wir fahren bis zu unserem nächsten Campingplatz im Murramang National Park in Durras North. Dort begrüßen uns die Campingplatzbewohner, eine Horde „wilder“ Kängurus. Da wenig los ist können wir unseren Stellplatz für die Nacht frei wählen und entscheiden uns für einen Platz mit Aussicht ins Dickicht und den Busch. Überall fliegen Papageien und unzählige Vögel um uns herum und die Kängurus grasen im Rasen zwischen den Campern, ein wirklich idyllischer Platz. Wir gehen zum nahegelegenen Strand und lassen den Tag bei einem Bier und Cider ausklingen. Wieder am Campingplatz angekommen möchte ich noch ein paar Fotos von den kleinen Kängurus machen, während Thomas unser Abendessen zubereitet. Als ich mich der Gruppe Kängurus vorsichtig nähere, springt auf einmal etwas Großes hinter einem Camper auf mich zu – und ich sehe, woher die vielen kleinen Kängurus kommen. Papa Känguru ist angerückt und sein Bizeps beeindruckt mich sehr, sodass ich wieder sicherheitshalber den Rückzug antrete. Wirklich beeindruckend, welche riesigen Sprünge so ein Tier machen kann.

Da es hier am Campingplatz in den letzten Wochen viel geregnet hat und der Regenwaldboden ganz vollgesogen ist, verbringen wir den frühen Abend (um Thomas vor den ganzen Mücken zu schützen) im mit Mückennetz geschützten Campervan. In der Nacht beginnt es dann stark zu regnen und ich finde das prasselnde Geräusch der Tropfen am Autodach sehr beruhigend. Thomas jedoch kann nur an die Überschwemmungen in Sydney denken und macht kein Auge zu. Er befürchtet, dass wir im Campervan davon gespült werden und überlegt, ob er in der Nacht noch einen höhergelegenen Stellplatz mit unserm Camper aufsuchen soll. Gleichzeitig will man jedoch nicht in die tiefdunkle Nacht raus, es lauern im Dschungel ja potenziell gefährliche Tiere und ein Alpha-Kängurumann. So versucht auch er wieder einzuschlafen und am Morgen früh stellt sich heraus – der Regen war zwar stark, aber keine Überschwemmung in Sicht, zum Glück! Nach dem Frühstück entscheiden wir uns für den Discovery Trail durch den Regenwald, er startet direkt bei unserem Campingplatz und führt am See entlang. Nach kurzer Zeit startet der Regen wieder, aber es ist nicht unangenehm, die Temperaturen sind sehr warm und der Regenspaziergang fühlt sich wie ein Abenteuer an. Als wir zurück am Campingplatz sind, möchte ich vor unsere Weiterfahrt meine Schuhe noch kurz am Campingplatz vom größten Schlamm befreien – zum großen Schreck stelle ich fest, dass sich an meinen Füßen und Zehen unbemerkt Blutegel festgesaugt haben! Ich untersuche meine Schuhe und spüle noch fünf Weitere aus meinen Sneakers heraus – diese Biester sind wirklich überall. Ich warne Thomas und zuerst denkt er, er ist ohne Blutegelkontakt ausgekommen, beim nächsten Strandstopp findet jedoch auch er einen vollgesaugten Blutegel und weitere in seinen Schuhen. Nachdem wir die Bisse desinfiziert haben und die Wunden versorgt sind, geht’s zur Entspannung an den nächsten Strand, Pebbly Beach. Hier ist das Wasser eher seicht und wir können zum ersten Mal ganz ins Wasser. Kängurus beobachten uns vom Strand aus.

An der Küste entlang fahren wir ein großes Stück Richtung Norden und machen halt in Jervis Bay, eine Bucht mit weißen Sandstränden – es sieht aus wie in der Karibik, einfach wunderschön. Nach einer Stärkung geht’s ab an den Strand und wir genießen den weißen Sand zwischen unseren Zehen. Für die Nacht finden wir kurzfristig einen Campingplatz in Kiama, kurz vor unserem nächsten Ziel – dem Royal National Park. Der Campingplatz ist etwas gehobener und hat auch einen Pool, welchen wir am späten Nachmittag noch nutzen. Als Abendessen gibt es mal wieder Nudeln mit Pesto, diesmal mit ein bisschen Zucchini und Karotte als Beilage aufgepeppt. Unser Abendessen müssen wir jedoch gegen aufdringliche Vögel verteidigen, sobald man nicht hinschaut, stehlen sie uns das Essen – sogar im Auto mit offener Tür ist Nichts vor ihnen sicher.

Am nächsten Morgen geht’s gleich nach dem Frühstück weiter in den Royal National Park vor den Toren Sydneys. Da der Park von den langanahaltenden Regenfällen der letzten Wochen sehr nass ist, lassen wir uns im Besucherzentrum bzgl. einer passenden Wanderung beraten. Einige Tracks sind geschlossen und wir entscheiden uns für den Royal National Coastal Trail, der an spektakulären Klippen und Felsformationen aus Sandstein und auf dem Weg auch an Aborigine Felsgravuren vorbeiführt. Wir sind begeistert von den besonderen Felsen und können uns gar nicht sattsehen. Ein Highlight dabei ist der Wedding Cake Rock (Hochzeitstorten-Stein) – ein weißer viereckiger Sandsteinfelsen, der allerdings nicht betreten werden darf, da er jederzeit herunterbrechen kann.  Weniger begeistert bin ich als nach ca. der Hälfte der Rundwanderung (ca. 12 km) ein Teil des Weges immer schmaler wird und sich ein kleiner Bach im Weg von den Regenfällen gebildet hat. Wir versuchen uns am Wegesrand weiter fortzubewegen, aber es ist mühsam und man sieht schlecht, wo man genau hintritt – ein ungutes Gefühl. Wir nehmen uns Stöcke und bahnen uns einen Weg, durch Spinnennetze und Büsche, hier ist schon länger niemand mehr gewandert. Als wir endlich auf einen breiteren Weg kommen, bin ich sehr erleichtert – und gleich nach den ersten Metern auf der Straße sehe ich sie, eine große lange schwarze Giftschlange! (Wir vermuten, es ist eine Red Belly Snake, soll zwar giftig sein aber nicht tödlich). Ich will gar nicht wissen, an wie vielen Tieren wir im Dickicht vorbei gegangen sind, ich bin nur froh ungebissen wieder draußen zu sein. Der Nationalpark war spektakulär schön, aber unser Abenteuerdurst ist fürs erste etwas gestillt und wir freuen uns auf Sydney und den Großstadtdschungel als Kontrast.

Bis bald!

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