Noosa Head Nationalpark und Dingo-Abenteuer mit Goldie!

Noosa Head Nationalpark und Dingo-Abenteuer mit Goldie!

3 abenteuerliche Tage auf der Insel Fraser Island ohne Internet und Strom liegen hinter uns, daher kommt dieser Blogpost mit etwas Verspätung online.

Nach den zwei Tagen in Brisbane führt uns unsere Reise weiter in den Norden, unser erster Stopp ist die Sunshine Coast – diese erwartet uns aber leider nicht wie der Name verspricht mit Sonne, sondern mit strömendem Regen. Wir fahren zum Strand in Caloundra, aber bei diesem Wetter macht jede Aktivität im Freien wenig Sinn und wir verbringen einen gemütlichen Nachmittag in einem Café am Strand. Wir nutzen die Zeit, um die Reiseroute und Optionen etwas zu recherchieren und zu planen – auch so ein Tag zwischendurch ist ganz angenehm.

Wir setzen unsere Fahrt fort und gegen Abend erreichen wir unseren Campingplatz für die Nacht im Örtchen Noosa. Der Regen hört gerade auf und wir checken in einen wunderschönen, mit Palmen übersäten Campingplatz ein, es hat fast karibisches Feeling. Wir kochen uns noch ein Abendessen und lassen den Tag gemütlich ausklingen, hoffen auf besseres Wetter am nächsten Morgen. Wir haben Glück und der nächste Tag erwartet uns mit blauem Himmel – gerade passend für unsere geplante Wanderung durch den Nationalpark Noosa Head. Nach dem Frühstück geht’s ab zum Nationalpark Eingang und nach einer gefühlt endlosen Parkplatzsuche – hier ist wirklich sehr viel Betrieb, Surfer und Nationalparkbesucher überfüllen diesen beliebten Ort – starten wir unsere Wanderung durch den Nationalpark an der Küste entlang. Schöne Sandstrände mit vielen Surfern, klares Meerwasser und grüne Wälder mit guten Wanderwegen laden zum Erkunden ein. Es sind überraschend viele Schulklassen auf dem Weg und man ist nie allein im Nationalpark, ein ungewohntes Gefühl für Thomas und mich nach all den abgeschiedenen Wanderungen. Nach der Rundwanderung legen wir uns noch an den Strand und genießen die Nachmittagssonne.

Gegen 15:00 Uhr fahren wir weiter und kommen am Abend an unserm nächsten Campingplatz in Hervey Bay an. Von hier aus startet am Morgen früh unser Insel Abenteuer auf Fraser Island. Wir haben für 3 Tage ein 4×4 Geländewagen gemietet und werden auf eigene Faust die Insel erkunden, am Strand übernachten und hoffentlich ein paar wilde Dingos sehen. Wir lassen den Abend im Pool des Campingplatzes ausklingen und kaufen noch Lebensmittel für die nächsten 3 Tage ein, damit ist alles bereit und ein wenig Aufregung macht sich breit. Wir gehen früh ins Bett, die Einschulung startet bereits in der Früh um 08:00 Uhr, danach geht’s zur Fähre und Überfahrt zur Insel und wir wollen ausgeschlafen in die drei Tage starten.

Nach einem Camping-Frühstück am nächsten Morgen packen wir alles zusammen und wollen um kurz vor 8:00 Uhr den Platz verlassen – da bemerken wir, dass unser Campervan nicht anspringt. Nach so vielen Tagen absoluter Zuverlässigkeit lässt uns Uluru im Stich – recht schnell finden wir heraus, wir haben über Nacht versehentlich das Licht brennen lassen und es nicht bemerkt, unser Fehler. Wir haben nur ein paar Minuten Puffer und müssen schnell handeln, ich habe schon vor einigen Tagen die Starthilfekabel im Kofferraum bei uns entdeckt – Thomas läuft schnell zum nächsten Truck, dessen Besitzer Riccardo schon wach ist und mit dessen Hilfe und Auto schaffen wir es schnell unseren Camper wieder zum Laufen zu bringen. Glück gehabt!

Pünktlich kommen wir bei der Vermietung unseres pinken Geländewagens an und die detaillierte Einschulung beginnt. Hilfreiche Infos zur Insel, unsere Route, Begebenheiten auf den Sandstraßen, Tipps zum Auto und dem Allrad Antrieb und auch den Gefahren – von Dingo-Attacken (gab es schon in der Vergangenheit, dafür hat unser Vermieter einen Dingo-Abwehrstock parat) und Meerwasser als Gefahr für Auto und Motor bis Sandverhältnisse, Haifische und landende Flugzeuge werden wir über alles im Detail aufgeklärt. Danach geht’s los und wir müssen unsere Fähre für die Überfahrt erreichen. Nach ca. einer halben Stunde sind wir auf der Insel und bevor die Fahrt losgeht, muss zuerst der Reifendruck gesenkt werden. Wir starten unsere Entdeckungstour und sind begeistert, wie mühelos sich unser(e) „Goldie“ durch den Sand pflügt, es fühlt sich an wie im Tiefschnee mit dem Auto zu fahren.

Fraser Island, auch genannt Great Sandy National Park, ist 124km lang und ist die größte Sandinsel der Welt. Der Regenwald, der hier nur auf Sand wächst, ist einzigartig und ein UNESCO Weltnaturerbe. Die Nährstoffe für den Wald werden aus dem Sand, dem Regenwasser und abgestorbenen Pflanzenteilen gezogen, ein sehr komplexes Ökosystem – ein Zeichen dafür sind die kristallklaren Süßwasserseen in der Mitte der Insel mit weißen, mineralstoffarmen Sandstränden. Ebenfalls eine Besonderheit durch die Trennung vom Festland sind die reinrassigen geschützten wilden Dingos – Hunde sind strikt verboten auf der Insel und daher bleibt die Population ohne Einflüsse von außen (ca. 200 Dingos leben in Rudeln auf der Insel). Die Ortschaften auf der Insel, die von Einheimischen bewohnt sind, sind mit Zäunen gesichert, damit die Dingos nicht beginnen die Mülleimer zu leeren und wild bleiben. Um diese Naturschönheit zu bewahren, gibt es eine strikte Selbstfahrerquote und wir brauchen eine Genehmigung für den Besuch der Insel.

Am ersten Tag führt uns unser Routenplan zuerst ins dichte Regenwaldzentrum der Insel, zum Wanggoolba Fluß. Hier machen wir eine kurze Rundwanderung an diesem idyllischen Ort. Danach geht’s weiter in die Ortschaft Eurong für eine kurze Kaffeepause. Wir können ab 13:00 Uhr unsere Fahrt auf dem Sandstrand beginnen, die Fahrzeiten sind durch unsere Vermietung vorgegeben und orientieren sich an Ebbe und Flut. Nur in einem Zeitfester von 2 Stunden vor und nach der Ebbe ist die Fahrt am Strand ohne Probleme möglich, ansonsten besteht das Risiko, dass sich das Auto im weichen Sand festgräbt und das Auto mit Salzwasser in Kontakt kommt. Die Fahrt am Strand macht wirklich Spaß und unser Geländewagen ist super dafür geeignet. Wir erreichen unseren nächsten Stopp, Eli Creek. Ein Süßwasserfluss, der zum Baden einlädt. Wir nutzen die Gelegenheit für eine Abkühlung, da man ansonsten im Meer auf Grund der Haie leider nicht schwimmen kann. Unser nächster Halt ist bei einem alten gestrandeten Passagierschiff „Maheno“, ein beliebtes Fotomotiv. Danach geht’s weiter mit dem Auto zu den Pinnacles, buntschimmernde Sandformationen.

Kurz danach sehen wir unseren ersten wilden Dingo am Strand vom Auto aus und können auch ein Foto machen – sie sehen wirklich wie Hunde aus und wirken eher harmlos. Zum Schluss biegen wir am späten Nachmittag auf unseren Campingplatz für die Nacht ein, heute haben wir einen mit Umzäunung gewählt, damit sind Dingo-Gefahren in der Nacht ausgeschlossen. Wir machen noch eine Wanderung auf die höchste Sanddüne der Insel (mit Dingo-Abwehrstock) und kommen rechtzeitig zum Sonnenuntergang wieder zurück zum Auto. In der Nacht ist es sehr heiß im Auto und mir rinnt der Schweiß in Strömen im Nacken zusammen. Leider können wir die Fenster nicht vollständig öffnen, Thomas wird von den Mücken sonst aufgefressen. Es ist windstill und durch das halboffene Fenster kommt kaum kühle Luft, irgendwann schlafen wir dennoch ein.

Am nächsten Morgen starten wir mit einem gemütlichen Frühstück, wir können erst um 09:30 Uhr wieder bei Ebbe auf den Strand fahren. Es geht weiter in den Norden und unser Ziel sind die Naturbadepools „Champagne Pools“. Eingeschliffen in den Felsen werden sie vom Meerwasser gefüllt und sind somit auch sicher vor Haien. Es ist ein toller Badeplatz und wir genießen die Zeit im kühlen Wasser. Am frühen Nachmittag geht’s auch schon wieder retour Richtung Süden, damit wir von der Flut nicht eingesperrt werden. Es gibt kaum Inlandsstraßen und die Fahrt auf dem Strand ist der einzige Weg zurück. Wir bleiben noch einmal beim Eli-Creek für eine Erfrischung stehen und suchen uns dann einen Strandcampingplatz für die Nacht. Dieses Mal ohne Zaun, das heißt der Dingo Abwehrstock ist immer griffbereit. Wir kochen uns ein paar Würstchen – immer auf der Hut vor den wilden Hunden – und gehen früh ins Bett. In der Dämmerung sehen wir dann auch tatsächlich ein Dingo um unser Auto schleichen und sein Revier markieren. Wir schlafen dieses Mal besser, den Dingo-Stock mit im Bett für den Fall, dass wir in der Nacht noch raus müssen.

Unseren letzten Tag auf der Insel startet mit einer Wanderung zum Süßwassersee Lake Wabby, eine ca. 2-stündige Wanderung zu einem sehr grünen See. Danach können wir um 10:00 Uhr wieder den Strand befahren und uns ins innere der Insel vorarbeiten – Goldie gräbt sich zuverlässig durch die Sandstraßen, der 4×4 Antrieb ist ein Muss auf der Insel. Unser letzter Stopp und eines der Highlights ist ein Besuch beim Lake McKenzie, ein strahlend blauer Süßwassersee mit weißem Strand. Hier verbringen wir die letzten Stunden und sind begeistert von der Schönheit, bevor es am späten Nachmittag Richtung Fähre geht.

Nach ein paar Kurven sehen wir vor uns einen Audi Q5, der nach kurzer Zeit in einer Kurve im Sand zum Stehen kommt. Er schafft es mit Schwung noch durch die Kurve und die Fahrt geht weiter. Wir befinden uns auf einer einspurigen Sandstraße, die uns nach 10 km zur Fähre bringen wird, welche um 17:00 Uhr ablegt. Nach kurzer Zeit steckt der Audi schon wieder im Sand, diesmal sieht es schlechter aus. Er gräbt sich immer tiefer ein, bis nichts mehr geht. In kürzester Zeit bildet sich auf der Straße ein Stau und alle steigen aus, um zu helfen oder zuzuschauen. Wir fangen an zu graben, ein paar Australier haben „recovery boards“ dabei und man versucht das Auto auf die Plastik-Bretter zu bekommen. Keine Chance, aus dem Vierrad Antrieb ist in der Zwischenzeit ein einziges durchdrehendes Hinterrad geworden, der Rest vom Auto liegt vollständig auf dem Sand auf und bewegt sich keinen Millimeter. Da hilft auch schieben nichts mehr. Es findet ich ein Australier mit starkem Auto vor dem liegengebliebenen Audi, der anbietet den Audi herauszuziehen. Der erste Versuch mit Abschleppseil und vorsichtigem Anfahren scheitert ebenso, keine Bewegung. Daraufhin meint der Australier, er versucht es auf eine andere Art: „I am going to yank him out“ – heißt so viel wie mit Schwung. Der Toyota Landcruiser holt Anlauf und mit einem Ruck springt der Audi aus dem Loch, das beachtlich tief gegraben wurde. Wir sind alle erleichtert und steigen in die Autos. Der Audi lässt uns bei nächster Gelegenheit vorbei und wir sind sehr froh, denn die Sandstraße wird nämlich nicht besser und wir fragen uns, wie sie es jemals von der Insel schaffen werden. Rechtzeitig kommen wir noch bei der Fähre an und schaffen die Überfahrt. Was für ein Abenteuer, die 3 Tage waren wirklich sehr eindrucksvoll, spannend und schön!

5 Antworten zu “Noosa Head Nationalpark und Dingo-Abenteuer mit Goldie!”

  1. Hallo Ihr beiden. Euer Blog ist ja spannender als jeder Krimi. Super schönes Aufnahmen und Ihr habt auch schon viel erlebt. Sogar versteckte Werbung für den Badmintonverein Feldkirch hoffe er sponsert die Reise:-). Genießt die Zeit in Australien würden am liebsten in den Flieger steigen und ab zu euch. Liebe Grüße von euren zukünftigen Nachbarn.

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