Surfing und Schnabeltiere – 5.000 km liegen hinter uns!

Surfing und Schnabeltiere – 5.000 km liegen hinter uns!

Liebe Familie, Freunde und alle die hier mitlesen!

Zuerst einmal vielen vielen Dank für euere Reaktionen und positives Feedback zu unserem Reiseblog – es freut uns sehr und motiviert weiterzumachen, auch wenn es manchmal verlockend wäre den nächsten Eintrag aufzuschieben. Manchmal fehlt nach einem anstrengendem Tag die Energie sich noch vor den Laptop zu sitzen, doch die vielen lieben Kommentare motivieren uns immer wieder aufs Neue! Wir sind jetzt genau einen Monat unterwegs und ein Drittel unserer Reisezeit und 5000 gefahrene km liegen hinter uns, ein Meilenstein. Auf der einen Seite habe ich das Gefühl, die Zeit vergeht so schnell mit all den Erlebnissen, auf der anderen Seite fühlt sich die Reise tatsächlich auch schon lange an. Wir freuen uns auf jeden Fall auf die zwei vor uns liegenden Monate und sind gespannt, wie die nächste Etappe aussehen wird. Aktuell planen wir ein paar verschiedene Optionen, fix ist jedoch noch nichts.

Unser Samstag in Bargara (in der Nähe von Bundaberg) beginnt heute sehr früh, wir haben einiges vor. Bereits um Viertel nach 6 klingelt der Wecker und wir frühstücken und packen unsere Sachen am Campingplatz zusammen. Um 7 Uhr erwartet uns eine Surfstunde und wir beide sind schon sehr aufgeregt. Wir treffen unseren Surflehrer Darron am Strand und es geht gleich los mit ein bisschen Aufwärmen und Theorie am Strand. Die Bedingungen hier in dieser Gegend sind optimal für Surfanfänger wie uns. Kleine, aber konstante Wellen, heute hat es auch wenig Wind und das Wasser ist frei von Quallen. Wir legen im Wasser los und versuchen die Theorie in die Praxis umzusetzen. Zu Beginn werden wir von Darron zum richtigen Zeitpunkt angeschoben und müssen es „nur noch“ schaffen aufzustehen und stehen zu bleiben. Es klappt nach einigen Versuchen auch bereits überraschend gut und wir stehen (mehr oder weniger) auf dem Brett – ein unbeschreiblich gutes Gefühl! Bis zum Schluss schaffen wir es auch mit selber paddel auf die Welle und können auch erste kleine Kurven surfen – bis zum Strand hinaus. Darron ist ein wirklich guter und geduldiger Lehrer. Es macht enorm Spaß, aber nach 1,5 Stunden bin ich komplett erschöpft und ich merke, dass ich keine Kraft mehr habe. Zum Surfen braucht es Muskeln, die Thomas und ich bisher nicht trainiert haben und das spüre ich auch am nächsten Tag in Form von Muskelkater in Oberschenkeln und Rücken.

Nach der Surfstunde brauchen wir eine ordentliche Stärkung und gehen in ein Café am Strand für eine ausgiebige Mittagspause. Wir recherchieren unsere nächste Route und entscheiden uns als nächstes Richtung Rockhampton zu fahren, diese Stadt liegt am Übergang zwischen der subtropischen und tropischen Zone und wird als Rindermetropole Queensland bezeichnet. Thomas recherchiert im Internet und findet einen Lokaltipp von Einheimischen für ein gutes Steakhouse. Wir kommen am Abend dort an und finden uns in einem etwas speziellen Restaurant – eine Mischung aus Casino, Bar und Wettlokal – wieder. Das Essen schmeckt aber ausgezeichnet, wir sind die einzigen Touristen und die ungewöhnliche Atmosphäre wird uns definitiv in Erinnerung bleiben. Die Nacht verbringen wir auf einem Campingplatz etwas außerhalb der Stadt, nach dem langen und anstrengenden Tag schlafen wir bereits sehr früh ein.

Am nächsten Morgen gehen wir uns mit Lebensmitteln eindecken und finden in einem Fruchtladen interessante exotische Früchte. Wir kaufen uns eine gelbe Drachenfrucht und einen Custard Apple („Pudding- oder Zimtapfel“ oder auch Cherimoya) zur Verkostung. Danach geht die Fahrt weiter in den Norden und wir finden uns umgeben von kilometerlangen Zuckerrohrfeldern in der Gegend von Mackay. Hier in diesem tropischen Teil von Queensland werden von ca. 6500 Farmen Zuckerrohr angepflanzt. Australien ist der weltgrößte Rohrzuckerexporteur. Die Pflanzen werden bis zu 6 Meter hoch und die Ernte startet im Juli. Die Zuckerrohr-Stangen werden per Schiene in die Mühlen in der Gegend gebracht, gepresst und Rohrzucker hergestellt. Die Dimensionen sind unbegreifbar, wir fahren stundenlang und sehen links und rechts nur Zuckerrohrfelder, eine riesige Monokultur.

Unser nächstes Ziel ist der Eungella National Park, hier haben wir auch einen Campingplatz im Nationalpark für die Nacht. Auf dem Weg dort hin machen wir noch eine Wanderung in die Finch Hatton Schlucht am Eingang des Nationalparks. Der tropische Regenwald erwartet uns mit schwüler Temperatur, hoher Luftfeuchtigkeit, einem intensiven Aroma (erinnert mich an eine Duftkerze) und tropfendem Blätterdach. Der Wald ist intensiv grün mit vielen Bächen und Wasserfällen. Wir wandern bis ans Ende der Schlucht und genießen eine Abkühlung beim letzten Wasserfall. Auf dem Rückweg bekommen wir noch eine Regendusche ab – der Regenwald hält was er verspricht!

Wir erreichen unseren Schlafplatz für die Nacht bei Dämmerung und es erwartet uns noch ein tierisches Highlight. Der Nationalpark Eungella ist bekannt für eine hohe Dichte an Schnabeltieren und wir hoffen, dass wir eines der scheuen Tiere sehen werden. In der Abend- und Morgendämmerung sind sie aktiv und fressen, daher ist zu dieser Uhrzeit die Wahrscheinlichkeit am höchsten, eines zu entdecken. Gleich neben unserem Campingplatz verläuft ein Fluss, an dem es Aussichtsplatzformen für Schnabeltierbeobachtungen gibt. Wir warten geduldig und tatsächlich sehen wir ein Schnabeltier im Wasser. Ich habe mir die Tiere größer vorgestellt, aber trotzdem eine sehr schöne Begegnung – sie sind sehr süß und tauchen sehr elegant im Wasser.

Am nächsten Morgen in der Früh versuchen wir unser Glück noch einmal und auch um 07:00 Uhr erspähen wir ein Schnabeltier beim Frühstück. Danach geht’s weiter zum Sky Walk. Er verspricht eine schöne Aussicht ins Tal, aber es ist so nebelig, dass wir Nichts sehen. Eungella wird auch die Stadt der Wolken genannt – sehr zutreffend. Wir entscheiden uns noch für eine ca. 6 km Rundwanderung durch den Regenwald und treffen zu Beginn gleich auf einen riesigen Schwarm Fledermäuse, der in den Bäumen hängt. Das Geschrei ist unüberhörbar. Danach geht es weiter durch den dunstigen und nebeligen Wald und plötzlich sehe ich vor mir wieder mal eine Schlange – diesmal ist sie sehr gut getarnt und Mitten auf dem Wanderweg. Thomas sieht sie nach meinem ersten Warnschrei gar nicht, sie ist braun und eher klein. Sobald ich mich wieder unter Kontrolle habe, zeige ich ihm die Schlange und er macht ein Foto. Es stellt sich im Nachhinein heraus, dass es sich um eine black-bellied swamp snake (Schwarzbauch-Sumpfschlange) handelt und sie vermutlich nur leicht giftig für den Menschen ist, zumindest nicht tödlich. Zu all der Aufregung kommt nach ein paar Minuten auch noch eine Blutegel Attacke dazu und ich stelle fest, dass ich übersäht bin mit den Blutsaugern. Thomas entfernt sie alle feinsäuberlich von mir, aber meine Nerven sind für heute genug beansprucht und wir gehen zurück zum Auto. Schön war’s, aber genug Adrenalin für den Tag!

Auf der Weiterfahrt machen wir noch Halt bei einem Obststand, der Früchte aus eigenem Anbau verkauft. Wir kaufen eine so unglaublich gelbe Ananas, sowas habe ich noch nie gesehen. Sie duftet so intensiv und ist sehr reif. (Fast hätten wir noch einen grünen australischen Frosch „mitgekauft“, den haben wir dann aber beim Stand zurückgelassen). Gegen späten Nachmittag erreichen wir unseren Campingplatz für die Nacht in Airlie Beach, eine schöne kleine Küstenstadt am südlichen Ende vom Great Barrier Reef. Von hier aus werden wir morgen einen Tripp zum Reef und den Whitsunday Islands unternehmen. Das Wetter verspricht gut zu werden, wir werden berichten!

5 Antworten zu “Surfing und Schnabeltiere – 5.000 km liegen hinter uns!”

  1. Das Froschi!! 💚😍
    Aber diese Blutegel immer, wäh 😲
    Ich freu mich immer total wenn ein neuer Eintrag kommt, ihr machts das super! So spannend und aufregend 🌏
    Bussi Simone

    Gefällt 1 Person

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