Übernachtung im Daintree Regenwald und Tauchen am äußeren Great Barrier Reef mit Nemo

Übernachtung im Daintree Regenwald und Tauchen am äußeren Great Barrier Reef mit Nemo

Wir haben den nördlichsten Punkt unserer Reise in Australien erreicht, den Daintree Nationalpark. Im tropischen Norden von Australien befindet sich dichter Regenwald und ein schwüles Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit. Am frühen Vormittag erwartet uns eine geführte Krokodil- und Wildtier-Bootstour im Daintree River. Der Daintree River ist ein großer Süßwasserfluss, der von Mangrovenbäumen gesäumt und mit dem Meer verbunden ist. Dadurch besteht der Fluss aus einer Mischung von Salz- und Süßwasser und ist auf Grund der Beschaffenheit sehr beliebt bei den australischen „Salties“ – Salzwasserkrokodilen (Estuarine Crocodile). Sie nutzen den Fluss, um ihren Nachwuchs aufzuziehen und wir hoffen, dass wir auf der Tour ein Croc zu sehen bekommen. Sie werden bis zu 6 Meter lang und unser kleines Boot hat ungefähr 7-8 Meter, eine etwas mulmige Vorstellung macht sich bei mir breit so ein Riesentier im Wasser zu treffen. Unser Guide Griffith startet das Boot und schon geht’s los. Er kennt die Lieblingsplätze der Tiere, die hier alle einen Namen haben. Da diese Krokodile territorial sind, bewegen sie sich meist nur in einem gewissen Gebiet fort und die Jungen müssen sich sehr bald ihr eigenes Revier suchen. Nach kurzer Zeit steuern wir mit dem Boot eine kleine versteckte Bucht an – ein beliebtes Brutgebiet. Tatsächlich sehen wir ein ca. ein Jahr altes (noch recht kleines) Krokodil und auch eines, das gerade erst aus dem Ei geschlüpft ist. Wir lernen, dass nur ca. 1% der Krokodile das Erwachsenenalter erreicht, danach aber keine natürlichen Feinde mehr hat. Weiter geht es flussabwärts und wir sehen dichte Mangrovenwälder, es gibt hier bis zu 45 verschiedene Arten und auch Kreuzungen. Gespannt schauen wir am Flussufer entlang, ob sich irgendwo ein Krokodil verbirgt. Für mich schaut auf einmal jeder Baumstamm im Wasser aus wie ein Krokodil, leider aber immer falscher Alarm. Gegen Ende der Tour fährt Griffith noch zu einem versteckten Platz und tatsächlich bekommen wir ein ausgewachsenes Krokodil, ein paar Meter vom Boot entfernt, zu Gesicht. Es liegt unter dem Mangrovenbaum und ist unbeeindruckt von unserem Besuch. Der Anblick ist bedrohlich und ich bin froh, in einem Boot zu sitzen und dem Croc nicht im Wasser schwimmend zu begegnen.

Als nächstes haben wir im Daintree Nationalpark ein paar kleine Wanderungen geplant, dazu geht es mit der Bootsfähre über den Daintree River, immer weiter in den Nationalpark hinein. Wir machen halt bei einem Ausblick und starten die erste Wanderung bei leichtem Regen. Der Wald ist wunderschön grün, mit dichtem Blattwerk und es fühlt sich an wie unter einem Regenschirm, die großen Palmenblätter lassen nur einzelne Tropfen durch. Der nächste Stopp ist eine tropische Eis-Manufaktur, die Daintree Ice Cream Company. Hier werden lokale tropische Früchte zu köstlichem Eis verarbeitet und wir spazieren durch den Frucht-Garten und schauen uns bei einem leckeren Eis die verschiedenen Obstbäume genauer an. Gestärkt geht es weiter zur nächsten Wanderung, auf einem Steg geht es durch die Mangrovenwälder. Es ist eine unwirkliche Landschaft und bei Ebbe sieht man die vielen Wurzeln der Bäume, die sich sonst Unterwasser befinden. Es ist bereits später Nachmittag und wir fahren nach dem Rundwanderweg weiter zu unserem Campingplatz für die Nacht – die Safari Lodge Mitten im Regenwald in Cape Tribulation. Nach dem Check-in statten wir dem Aussichtspunkt Kulki Beach noch einen Besuch ab, um einen Blick auf das Kap zu bekommen. Müde und hungrig geht es zurück zum Campingplatz und wir kochen ein letztes Mal feinste Nudeln mit Pesto und stoßen mit einer Flasche Wein aus dem Hunter Valley auf die Reise an – es ist unser letzter Abend im Campervan Uluru und wir sind ein bisschen traurig, dass wir ihn morgen zurückgeben müssen. Auf Grund der schwülen Luft und hoher Luftfeuchtigkeit, entscheiden wir uns in der Nacht den Überzug über die Heckklappe vom Auto zu nutzen, damit wir mehr Luft haben. Es fängt in der Nacht an stark zu regnen und wir werden mehrfach vom Regenprasseln auf dem Autodach geweckt. Thomas befürchtet in der Nacht, dass eine Schlange den Weg durch den Heckklappenüberzug finden könnte, am Morgen gibt es aber Entwarnung. Keine Schlange im Auto. Dafür ist Thomas wieder mit neuen Mückenstichen übersäht, trotz verschiedener Anti-Mücken-Mittel hat er sicher schon über 50 Stiche am Körper verteilt – ich hingegen wurde noch kein einziges Mal gestochen. Mein bester Mückenschutz ist Thomas in der Nähe, die Mücken finden ihn (zu seinem Leiden) köstlich.

Am nächsten Morgen packen wir nach dem Frühstück alles zusammen und fahren zum Eingang des Nationalparks, um der Mossmann Schlucht einen Besuch abzustatten. Wir werden mit einem Shuttle-Bus durch das Gebiet von Aborigines gebracht und starten dann eine Rundwanderung in der Schlucht. Auch hier sind die Luftfeuchtigkeit und Temperatur sehr hoch und wir kommen ins Schwitzen. Wir wandern entlang des schönen Mossman Rivers, sehen beeindruckende Bäume und auch „strangler Fig trees“, die sich um ihren „Gastgeber“-Baum wickeln und ihn langsam erwürgen. Nach der Wanderung geht es weiter mit dem Auto nach Port Douglas, eine kleine Küstenstadt kurz vor dem Nationalpark. Hier machen wir eine Mittagspause und besuchen dort auch den bekannten 4 Mile Beach. Unser Weg zurück zum Auto führt an kleinen Boutiquen vorbei und wir kaufen uns noch einen Kaffee und ein Hot Cross Bun, ein typisches Oster-Zopfgebäck in Australien. Die Fahrt geht weiter zurück nach Cairns, wo wir uns leider von unserem Camper Uluru verabschieden müssen. Nach einer gründlichen Reinigung sagen wir unserem Reisegefährten „goodbye“. Er war uns ein zuverlässiger und treuer Begleiter und wir werden ihn beide vermissen.

Wir checken in unser Hotel in Cairns im Stadtzentrum ein. Hier werden wir noch einige Tage bleiben, bevor unser Flug an die Westküste von Australien nach Perth geht. An nächsten Tag steht eine Bootstour zum äußeren Great Barrier Reef von Cairns aus auf dem Programm und wir gehen früh ins Bett, um ausgeschlafen zu sein. Um 06.15 Uhr morgens startet unser Tag und wir machen uns auf den Weg zum Hafen. Auf unserem Boot erwartet uns eine gut gelaunte Crew mit Tauchinstruktoren. Wir werden heute zum ersten Mal in unserem Leben einen Tauchgang wagen. Ich bin schon ganz aufgeregt und voller Vorfreude. Wir bekommen auf dem Weg zum Riff eine detaillierte Einführung und Unterweisung zum Equipment und den Sicherheitsmaßnahmen und schon geht’s los. Wir ziehen die Ausrüstung inkl. Sauerstoffflasche an und ich kann kaum mehr aufstehen, so schwer ist das Equipment. Es fühlt sich fast wie eine Schildkröte auf dem Rücken an, von selbst kommt man kaum hoch. Die Tauchlehrer sind zur Stelle und helfen uns, pro zwei Tauchenden gibt es einen Lehrer. Wir üben die Kommandos noch im Wasser, bevor es in die Tiefe hinabgeht und Richtung Great Barrier Reef. Der Tauchgang ist super, ich bin ganz überwältigt von den Eindrücken und dem Gefühl der Schwerelosigkeit. Wir haben eine ausgeliehene Unterwasserkamera mit dabei und können auch ein paar Schnappschüsse von der wunderschönen Unterwasserwelt machen. Der Tauchlehrer zeigt uns riesige Muscheln und auch Nemo finden wir in einer Anemone versteckt. Ein absolut beindruckendes und einzigartiges Erlebnis!

Nach dem Tauchgang können wir in Zweier-Gruppen alleine mit Schnorchel und Taucherbrille das Riff erkunden. Wir sehen unzählige Fische, wunderschöne Korallen und genießen den Anblick in vollen Zügen. Es gibt so viel zu entdecken und zu sehen, man kann sich gar nicht daran sattsehen. Thomas sieht sogar einen Weißspitzen-Riffhai, der aber leider zu schnell ist für die Kamera. Als nächstes steht eine Fahrt mit einem Glasbodenboot an, wir können das Riff vom Boot aus bestaunen und erfahren auch interessante Informationen von unserem Steuermann, er kennt die Gegend und das Riff sehr gut und weiß auf jede Frage eine Antwort. Nach einem ausgiebigen Mittagessen an Board des Schiffs ist am Nachmittag noch ein weiterer Schnorchelstopp geplant, Thomas hat noch einen weiteren Tauchgang gebucht. Hier sind weniger Korallen, dafür treffen wir im seichten Wasser auf eine Meeresschildkröte – sie ist überhaupt nicht scheu und wirkt interessiert. Auch eine Moräne findet sich im Wasser, ein wirklich schönes Tier. Mit vielen schönen Eindrücken geht unser Ausflug am späten Nachmittag zu Ende und wir werden an Board auf der Rückfahrt nach Cairns mit Snacks und Kaffee verköstigt. Ein wunderschöner, unvergesslicher Tag an einem ganz besonderen Ort – wir schlafen glücklich und erschöpft sehr früh ein und träumen vom Riff.

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