Selamat pagi Malaysia – farbenfrohes Melaka und Hauptstadt Kuala Lumpur erwarten uns!

Selamat pagi Malaysia – farbenfrohes Melaka und Hauptstadt Kuala Lumpur erwarten uns!

Unser Reisebus bringt uns nach nur einer halben Stunde Fahrt zur Flussgrenze zwischen Singapur und Malaysien. Die Ausreise klappt automatisiert und schon stehen wir mit dem Gepäck bei der Einreise nach Malaysien. Unser Pass wird gestempelt und wir bekommen unser Touristenvisa für 90 Tage, aber keine Frage nach dem Impfpass oder auch die von uns vorab ausgefüllte elektronische App mit Impfstatus und Einreiseinformationen. All unsere Vorbereitung war vermutlich eine Fleißaufgabe. Wir sind trotzdem erleichtert, dass alles so reibungslos funktioniert. Die Fahrt mit dem Bus geht weiter und wir sehen auf der gesamten Strecke Richtung unseres ersten Zwischenstopps (die kleine Küstenstadt Melaka im Süden des Landes) sehr viele Palmenplantagen, so weit das Auge reicht. Wir nutzen die Fahrzeit und lesen uns im Reiseführer ein und recherchieren für unsere weitere Reiseroute.

In Melaka angekommen gehen wir zuerst in unser Guesthouse, um das Gepäck abzuladen. Es ist unglaublich heiß und schwül in der Stadt und die 10 Minuten Fußweg zur Unterkunft treibt uns den Schweiß auf die Stirn. Unser Gastgeber empfängt uns freudig, zeigt uns die Unterkunft und das Zimmer und gibt uns dann viele Tipps und Empfehlungen für unseren Aufenthalt. Da wir schon sehr hungrig sind, machen wir uns beladen mit unserer Schmutzwäsche gleich danach auf den Weg zum Waschsalon und dem nahegelegenen indischen Restaurant, das uns empfohlen wurde. Während die Wäsche gewaschen wird, stärken wir uns mit einem Naan-Brot mit Käse und einem Tandoori Butter Chicken. Beides schmeckt fantastisch. Gegessen wird auf dem Parkplatz des Lokals auf Plastikstühlen und Tischen umgeben von Einheimischen und ein paar streunenden Katzen.

Am nächsten Morgen erkunden wir das Stadtzentrum von Melaka zu Fuß. Die Stadt war einst einer der wichtigsten Handelsplätze in der Gegend (noch vor Singapur) und bezaubert mit einer charmanten überschaubaren Innenstadt mit vielen bunten Kolonialgebäuden. 2008 wurde der Altstadt Unesco Weltkulturerbestatus verliehen und seither hat sich die Stadt in einem Touristenmagnet verwandelt. Da wir unter der Woche und unter den ersten internationalen Touristen seit den Lockerungen hier sind, erleben wir die Stadt als sehr ruhig und relaxed. Wir spazieren durch die unterschiedlichen Stadtviertel – von Little India über Chinatown, durchs historische Stadtzentrum mit roter Kirche und Stadthujs (Rathaus aus niederländischer Herrschaftszeit), am Fluss entlang und bis zu einem ursprünglichen malaysischen Viertel – es gibt so viel zu sehen und alles lässt sich gut zu Fuß erreichen, trotz heißer Temperaturen unter Tags. Spontan entscheiden wir am Nachmittag noch eine Bootsfahrt auf dem Melaka River durch die Stadt zu machen. Der Fahrtwind ist sehr fein kühl und wir lehnen uns zurück und genießen die Tour mit Blick auf die schöne Flusspromenade.

Am Abend als es schon dunkel ist, wollen wir noch zur schwebenden Moschee von Melaka – die Floating Mosque. Sie ist außergewöhnlich beleuchtet und wurde über dem Meer gebaut, ein besonderer Anblick. Auch hier in Melaka und generell in Malaysien leben unterschiedliche Kulturen und Religionen Tür an Tür und wir haben den Eindruck, dass alle mit sehr viel Respekt und Toleranz zusammenleben. Die Religionszusammensetzung der Bevölkerung von Malaysien ist ungefähr: 63% Islam, 19% Buddhismus; 9% Christentum, 6% Hinduismus, 3% Konfuzianismus, Taoismus oder andere. Zum Abschluss des Tages gehen wir noch am Fluss eine regionale Suppe essen – Laksa Nonya (eine kulinarische Mischung aus malaysischer und chinesischer Küche) und dazu ein Asam Boi Getränk (eine getrocknete, gesalzene und gesüßte Pflaume, die mit heißem Wasser aufgekocht wird und dann mit Eis wieder abgekühlt wird, ein sehr interessantes Getränk).

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker schon sehr früh. Heute fahren wir mit dem Bus von Melaka in die Hauptstadt von Malaysien, Kuala Lumpur! Die Fahrt dauert ca. 2 Stunden und kostet umgerechnet nur 2€ pro Person. Generell ist das Preisniveau in Malaysien (nach Singapur und Australien) für uns sehr niedrig. An die Umrechnung von Ringgit zu Euro müssen wir uns auch noch gewöhnen. Auffallend ist, dass wir als Touristen die gleichen Preise zahlen wie die Einheimischen und es bisher weniger eine Kultur des Feilschens und Handelns gibt, wie man es vielleicht in einem asiatischen Land als Touristin erwarten würde. Ebenfalls überrascht sind wir beide vom Verkehr. Er wirkt sehr gesittet und nicht vergleichbar mit unseren früheren Erlebnissen in Vietnam. Es gibt auch viel weniger Mopeds und die Straßen sind gut ausgebaut. Das haben wir uns chaotischer und wilder vorgestellt. Nach unserer Ankunft in Kuala Lumpur checken wir im Hotel für die nächsten zwei Nächte ein und fahren direkt ins Stadtviertel Chinatown für ein Mittagessen. Wir werden auch unter den vielen Essensmöglichkeiten gleich fündig, eine leckere Nudelsuppe und Dumplings erfreuen unsere Gaumen.

Unser nächster Stopp ist das Wahrzeichen von Kuala Lumpur – die Petronas Zwillingstürme. Einst das höchste Gebäude der Welt sind die Wolkenkratzer der ganze Stolz der Malaien und aus der Skyline von KL (wie es die Einheimischen nennen) nicht wegzudenken – es gibt auch die Möglichkeit als Besucher zuerst auf die Verbindungsbrücke und dann bis ins Observation-Deck in das 86. Stockwerk zu fahren. Hier hat man einen super Ausblick auf die gesamte Stadt. Man sieht von oben die Gegensätze in der Stadt – hohe Hotelgebäude grenzen direkt an die dörflichen Viertel. Nach diesem Ausflug in die Höhe geht’s für uns zurück ins Hotel – die Hitze macht uns etwas zu schaffen und wir freuen uns auf unser klimatisiertes Zimmer und etwas Ruhe. Eigentlich wollten wir noch einmal raus zum Abendessen, unerwartet schlafen wir beide ein und der Tag findet sein Ende.

Da uns die Fahrradtour in Singapur so gut gefallen hat, starten wir den nächsten Tag auch in Kuala Lumpur mit einem Guide und dem Fahrrad. So sehen wir mehr von der Stadt als zu Fuß und auch bei den heute heißen Temperaturen (gefühlt um die 40 Grad) ist das Fahrradfahren erträglicher als zu Fuß zu gehen. Wir sind die einzigen zwei Tourteinehmer und bekommen so eine exklusive Stadtführung mit unserem Guide Andrew. Als erstes fahren wir in ein traditionelles malaysisches Dorf-Viertel direkt im Stadtzentrum, es steht unter Denkmalschutz und wurde schon seit Jahrhunderten nicht mehr verändert. Hier sehen wir die traditionelle malaysische Bauweise in dörflichen Strukturen, die Häuser stehen auf Stelzen, um vor Überschwemmungen und Schlangen geschützt zu sein, auch kann so die Luft besser zirkulieren und das Haus kühlen. Weiter geht’s zu einem großen Markt, bei dem die Einheimischen ihre Einkäufe erledigen. Von Früchten und Kräutern die wir noch nie gesehen haben, über frisches Fleisch und Fisch bis zu Kleidung und Haushaltswaren. Hier gibt es alles für den tägliche Gebrauch um sehr wenig Geld. Zu Mittag führt uns Andrew in ein klassisches Lokal zum Brunch. Wir verkosten das traditionelle Frühstück und Mittagessen der Malaien – Reis mit Ei im Bananenblatt, pikant gefülltes Omelett, Hühnchen Masala, etc… ein süßes Frühstück wie Brot mit Marmelade isst hier kaum jemand. Unsere Getränke werden von einem selbstfahrenden Katzenroboter serviert, der auch mit uns kommuniziert und sich bedankt. Nach der Stärkung geht es weiter mit dem Rad durch Chinatown und in den ältesten taoistischen Tempel der Stadt. Andrew ist selbst auch chinesischer Abstammung und kann uns vieles zum Glauben und den Unterschieden im Buddhismus und Taoismus erzählen, obwohl er selbst katholischer Chinese ist. Wir erfahren sehr viel über die Lebensweise und Kultur in Malaysien und können Andrew alles fragen. So bekommen wir einen sehr interessanten Einblick in die Stadt und die Menschen, die hier wohnen. Für uns zeigen sich einige parallelen zu Singapur, Kuala Lumpur wirkt ein wenig wie der kleine Bruder, jedoch gibt es auch viele Unterschiede. Singapur ist in unseren Augen definitiv internationaler und glänzender, Kuala Lumpur hat dafür mehr Charm und Charakter – und wir als Touristen werden in Malaysien ganz anders wahrgenommen, mit viel Freundlichkeit und Offenheit angesprochen, während wir in Singapur nicht groß aufgefallen sind.

Nach der Fahrradtour wollen wir noch in den Kuala Lumpur Bird Park, hier gibt es die weltgrößte Freiflug-Voliere. Auch haben wir die Möglichkeit einige Vögel zu füttern, speziell die Papageien sind nicht scheu und an Menschen gewöhnt. Wir sehen auch den Nationalvogel von Malaysia, einen Hornbill (ähnlich einem Tukan), ganz nahe. Unser letzter Stopp für den Tag ist zurück im Zentrum in Chinatown für ein kleines Abendessen, bevor es zurück ins Hotel geht. Da wir die nächste Woche im Hinterland von Malaysien verbringen werden und auf Grund der fehlenden Touristen die Busse nicht wie gewohnt fahren, haben wir uns dazu entschieden ein Mietauto zu nehmen, damit wir unabhängiger und flexibler sind. Wir sind schon gespannt, was uns in den nächsten Tagen erwarten wird, nach den zwei Städten freuen wir uns schon auf die Natur und den 130 Millionen Jahre alten Taman Negara Regenwald mit dem ältesten Waldgeiet der Erde. Bis bald!

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