Ausflug zur Tempelhöhle, nächtliche Dschungelwanderung und Teegenuss in den Cameron Highlands – unsere Fahrt ins Landesinnere beginnt!

Ausflug zur Tempelhöhle, nächtliche Dschungelwanderung und Teegenuss in den Cameron Highlands – unsere Fahrt ins Landesinnere beginnt!

Von Kuala Lumpur starten wir heute in der Früh mit dem Mietauto in Richtung Landesinnere. Der Taman Negara Regenwald ist unser nächstes Ziel auf der Rundreise. Der älteste Nationalpark Malaysiens beheimatet unter anderem Elefanten, Tiger, Leoparden und Tapire – wir sind schon gespannt, ob wir diese auch zu Gesicht bekommen werden. Auf dem Weg dorthin legen wir einen Zwischenstopp in den sehr bekannten Batu Höhlen ein – hier befindet sich ein außergewöhnlicher hinduistischer Tempel in 3 großen Sandsteinhöhlen. Der Aufstieg in die Höhlen erfolgt über eine farbenfrohe Treppe mit 272 Stufen, auf der eine Horde Affen die Besucher um Futter anbetteln. In den Höhlen bewundern wir dann verschiedene hinduistische Schreine, bei denen unterschiedliche Gottheiten angebetet werden. Die Atmosphäre in der Höhle ist mystisch, einzelne Sonnenstrahlen durchdringen die Höhlendecke und sorgen für eine besondere Stimmung. Auch die zweite Höhle ist speziell, hier finden sich große Hindu-Statuen und Figuren, bunte Lichter in Kombination mit spektakulären natürlichen Sandsteinformationen. Ein besonderer Gebetsort!

Weiter geht unsere Fahrt über Serpentinen in die Höhe Richtung Regenwald. Auch hier sehen wir auf großen Strecken Palmölplantagen, soweit das Auge reicht. Malaysien ist der weltweit größte Erzeuger von Palmöl, ungefähr 40% der globalen Produktion stammt von hier. Das hat auch dazu geführt, dass Schätzungen zufolge ungefähr 80% des malaysischen Regenwaldes bereits abgeholzt wurde und durch Monokulturen in Form von Palmenplantagen ersetzt wurde. Das Ausmaß ist enorm und der Lebensraum von vielen Tieren ist gefährdet, speziell weil Plamen-Plantagen viel Pestizide und auch Wasser benötigen – ein trauriger Anblick für die Natur. Wir erreichen das Dorf Kuala Tahan am Eingang des Nationalparks gegen frühen Nachmittag und machen uns nach dem Check-in direkt auf den Weg zum Park Ranger Office. Hier organisieren wir uns eine Nationalparkgenehmigung für die nächsten zwei Tage. Auf dem Weg dahin lernen wir zwei nette deutsche Reisende kennen und wir tauschen uns bzgl. unserer Pläne aus und verabreden uns zum Abendessen. Bis dahin nutzen wir den Nachmittag noch für eine kleine Wanderung. Die Temperaturen sind auch hier sehr heiß, in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit eine anstrengende Mischung. Wir sind innerhalb weniger Minuten durchgeschwitzt.

Am Abend gehen wir gemeinsam mit Julia und Jascha aus Deutschland im Dorf Abendessen. Es schmeckt ausgezeichnet und das Restaurant ist voll mit Einheimischen und ein paar Streunerkatzen. Sie erzählen uns von ihrer letzten Nacht in Hängematten im Dschungel und ihren Blutegel-Begegnungen, andere Wildtiere haben sie nicht gesehen. Wir sind schon neugierig, was wir alles sehen werden, uns erwartet um halb 9 Uhr abends noch ein Dschungel Night Walk mit einem lokalen Guide. Mit Stirnlampe und langer Wanderkleidung gegen die Mücken geht es in den stockdunklen Regenwald, die Geräuschkulisse ist überwältigend laut – es raschelt überall, die Grillen zirpen ohrenbetäubend und man fühlt sich von nachtaktiven Tieren umgeben. Leider treffen wir beim Salzleckstein auf einer Lichtung keine Elefanten oder Tapire an, dazu sind vermutlich zu viele Menschen unterwegs. Unser Guide versucht mit seiner Taschenlampe die Tiere für uns zu finden, was ihm auf beeindruckende Art und Weise gelingt. Innerhalb von einem Bruchteil einer Sekunde leuchtet er einen Baum hoch und kann uns sagen, ob sich dort ein Tier versteckt. Wir sind fasziniert und können so schnell gar nicht schauen. Er verrät uns den Trick, er hält Ausschau nach den reflektierenden Augenpaaren und erkennt so zum Beispiel eine sehr gut getarnte riesige Spinne in 10 Meter Höhe. Auch zeigt er uns Stabheuschrecken in den Ästen, für uns ist es schon schwierig bei Tageslicht die Tarn-Künstler in einem Terrarium zu sehen. Beeindruckend ist auch, wie er einen großen Skorpion mit einem kleinen Holzstöckchen aus dem Versteck lockt – im ultravioletten Licht leuchtet der Panzer des Tiers und ist somit auch für uns sichtbar. Keine dieser Entdeckungen hätten wir allein auch nur ansatzweise erspäht. Unser Guide sieht Dinge und Tiere, dagegen sind wir fast blind. Eine sehr spannende Erfahrung, auch wenn wir keinem Tiger begegnet sind! (Manche Forscher waren angeblich Jahrzehnte lang im Nationalpark auf der Suche nach einem Tiger, bis sie einen zu Gesicht bekommen haben – sie sind menschscheu und mit einem ausgezeichneten Geruchssinn ausgestattet kaum zu sichten.)

Am nächsten Tag steht eine Wanderung und der Besuch der Dschungel-Hängebrücke am Programm, dazu haben wir eine Tour gemeinsam mit Julia und Jascha gebucht. Davor gönnen wir uns noch eine kleine Portion Reis im Bananenblatt zum Frühstück und entdecken dabei einen wilden Hornbill (dt. Nashornvorgel) in den benachbarten Bäumen herumspringen – ein schöner Anblick!

Dann starten wir los – in einer großen Menschengruppe durch den Dschungel, bis wir zur bekannten Hängebrücke kommen. Leider ist die Brücke sehr beliebt und demensprechend viele Besucher warten bereits bei der Einstiegstelle – aus Sicherheitsgründen ist die Kapazität begrenzt und so müssen wir fast zwei Stunden warten. Wenn wir das vorher gewusst hätten, hätten wir vermutlich auf diese Erfahrung verzichtet. So nutzen wir die Zeit so gut es geht und unterhalten uns mit unseren neuen Bekannten zu ihren Reiseplänen und tauschen unsere Erfahrungen aus. Letztendlich ist es dann doch eine nette Erfahrung über die Hängebrücke in den Baumkronen des Dschungels zu spazieren, auch wenn für unseren Geschmack zu touristisch und überlaufen – das hat mit unserer Vorstellung von Dschungelwanderung nicht mehr viel gemeinsam. Zurück im Dorf gibt’s am Fluss ein gutes malaysisches Mittagessen, bevor wir mit dem Auto weiterfahren in Richtung Cameron Highlands.

Die Cameron Highlands sind als Teeanbaugebiet in Malaysien sehr bekannt, sie liegen zwischen 1300 und 1800 Meter Seehöhe mit einem für uns erholsamen Klima, hier hat es um die 20 Grad. Eine herrliche Abkühlung für uns nach den letzten Tagen. Wir starten den Tag mit einem malaysischen Frühstück und wandern gestärkt einen Dschungel-Rundwanderweg in einem herrlich grünen und moosigen Regenwald. Die frischen Temperaturen sind sehr angenehm und uns beiden gefällt die Wanderung ausgezeichnet gut. Am Nachmittag statten wir einer Teeplantage einen Besuch ab und genießen eine Tasse Tee mit Scones (britisches Zopfgebäck, Überbleibsel aus der Kolonialzeit) auf der Terrasse, während es draußen in Strömen regnet. Der Ausblick von der Terrasse ist wunderschön – Teepflanzen soweit das Auge reicht, getaucht in einen sanften Nebel.

Zum Abendessen besuchen wir auf Empfehlung unseres Hostel-Gastgebers ein ausgezeichnetes indisches Lokal, wir bestellen gegrilltes Auberginen Masala und Masala Butter Paneer – beides schmeckt super gut und natürlich gibt es ein leckeres Mango Lassi dazu. Dann geht’s mit vollen Bäuchen zurück in die Unterkunft. Am nächsten Vormittag starten wir mit einem buddhistischen Tempelbesuch und einem Frühstück mitten in einer zweiten Teeplantage und einer wunderschönen Aussicht auf die grünen Hügel. Ein gemütlicher Ausklang unseres Cameron Highlands Besuchs! Unsere Reise wird uns in den nächsten Tagen weiter in den Norden von Malaysien führen und wir sind gespannt, was die letzten 2 Wochen unserer Weltreise für uns noch bereithalten. Bis bald!

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