Malerische Städtchen und intensive Natur, die Juwelen im Norden von Malaysien

Malerische Städtchen und intensive Natur, die Juwelen im Norden von Malaysien
Reiseroute Malaysien

Unsere Reise geht weiter und wir verlassen die angenehmen Temperaturen der Cameron Highlands, unsere Route führt uns in den (ebenfalls) heißen Norden des Landes. Wir haben geplant den Tag im kleinen Städtchen Ipoh zu verbringen, bevor es für die Übernachtung weiter nach Georgetown auf Penang Island geht. Ipoh ist eine ehemalige britische Kolonialstadt und verzaubert uns mit einer sehr charmanten Innenstadt – prächtige Kolonialbauten und moderne bunte Graffitistraßen wechseln sich ab. Wir spazieren durch die Innenstadt und stärken uns zu Mittag mit dem traditionellen Spezialgericht von Ipoh – Taugeh Ayam – gegartes Hühnchen mit Sprossengemüse und Reis. Danach gibt’s noch einen malaysischen Kopi putih („weißer“ Kaffee), der mit Margarine geröstet und traditionell mit süßer Kondensmilch serviert wird. Am Nachmittag besuchen wir den Clock Tower und das Stadtzentrum mit den offiziellen Amtsgebäuden. Die Temperaturen sind schon wieder schweißtreibend und so entscheiden wir uns für einen nächsten Stopp in einer buddhistischen Tempelhöhle, kurz außerhalb von Ipoh, bevor wir gegen Abend weiter nach Georgtown fahren.  

Wir erreichen Georgetown – auf der Insel Penang, verbunden mit einer Autobrücke – zur Abenddämmerung und sind begeistert von unserem Guesthouse. Es ist ein sehr altes, mit Holz verziertes Gebäude und im Inneren befindet sich ein Indoor-Garten mit kleinem Fischteich. Es sind kaum andere Gäste hier und wir fühlen uns gleich zu Hause. Die Lage unserer Unterkunft ist ausgezeichnet, direkt angrenzend am historischen Zentrum von Georgtown, welches unter UNESCO Weltkulturerbeschutz steht. Den nächsten Tag nutzen wir für eine selbstgeführte Entdeckungstour zu Fuß durch Georgtown. Es ist eine sehr entspannte Stadt mit bunten Graffitis, prunkvollen Clanhäusern und lockeren Bewohnern. Wir nehmen an einer Führung durch eines der beeindruckenden Clanhäuser (der Pinang Peranakan Mansion) teil und lernen über die Geschichte des Hauses und dessen wohlhabende Besitzer. Die prunkvollen Clanhäuser stammen aus der Zeit zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert, es gab großen Zuzug von chinesischen Immigranten nach Penang und Georgtown und daraus formten sich chinesische Gemeinschaften/Clans, die sich gegenseitig unterstützten und über die Jahre sehr wohlhabend wurden.

Nach der interessanten Führung erfrischen wir uns mit einem speziellen Eis, Cendol – eine Art crushed Eis mit gekochten Bohnen und Mais, Kokosnussmilch und Palmzucker. Eine etwas gewöhnungsbedürftige Kombination. Gegen Abend wollen wir eine lokale Köstlichkeit probieren, Laksa Nonya und Laksa Asam (typische Nudelsuppen der Region). Es schmeckt ausgezeichnet – eine Mischung aus pikanten und süßlichen Noten. In diesem Teil von Malaysien ist der chinesische Einfluss sehr groß, auch auf die regionale Küche und so schmecken die Gerichte überall unterschiedlich. Als letzten Stopp für den Tag besuchen wir den Anlegesteg „Chew Jetty“. Einige der Clans haben sich am Wasser niedergelassen und so reihen sich diese Clan Jetties am östlichen Ende der Stadt am Wasser aneinander. Beim Chew Jetty leben seit dem 19. Jahrhundert einige Familien in 75 Pfahlbauten. Es gibt auch einen Tempel und einen Gemeinschaftssaal – alles verbunden durch hölzerne Pfahlgehwege direkt am Meer welche für Touristen frei begehbar sind.

Am nächsten Morgen starten wir mit einem Frühstück in einem kleinen malaysischen Markt unter Einheimischen und erkunden danach das Gebiet außerhalb des Zentrums. Hier liegen zwei Tempel direkt gegenüber voneinander, ein thailändisch buddhistischer und ein burmesisch buddhistischer. Ein Symbol auch hier für die Toleranz unter den verschiedenen Glaubensgemeinschaften. Auch wenn wir mittlerweile schon einige Tempel besuchen konnten, ist die prachtvolle Gestaltung mit viel Gold und riesengroßen Statuen immer wieder aufs Neue faszinierend und beeindruckend. Als nächstes wartet der Penang Nationalpark, ca. eine halbe Stunde von Georgtown entfernt, auf uns. Wir entscheiden uns für eine Wanderung quer durch den Nationalpark auf die Westküste der Insel. Da es heute wieder sehr heiß ist, ist genügend Wasser sehr wichtig, genauso wie der Anti-Mückenspray. Der Nationalpark ist wunderschön grün und zum Glück ist es unter dem Blätterdach auch angenehm kühl, so macht das Wandern Spaß. Wir erreichen den Schildkrötenstrand auf der anderen Seite der Insel und statten dem Schildkröten Sanctuary, die sich für den Schutz der Schildkröten auf der Insel einsetzen, einen Besuch ab. Sie haben gerade 5 Tage alte Babyschildkröten in der Station, diese werden nach ein paar Tagen (sobald sie tauchen können) ausgewildert. Das wird gemacht um die Überlebenschancen der Kleinen zu erhöhen (von 1.000 Tieren schafft es hier nur ca. eine ins Erwachsenenalter sagt man uns). Wir genießen den Strand bei Turtle Bay, auch wenn hier schwimmen nicht erlaubt ist. Die Landschaft ist wunderschön und es sind kaum andere Touristen hier. Um ca. 15:00 Uhr werden wir von einem Wassertaxi abgeholt und es geht zum Monkey Beach – ebenfalls ein wunderschöner Strand, bei dem unzählige wilde Affen präsent sind. Hier ist Schwimmen erlaubt und wir „kühlen“ uns ein wenig ab, wobei das Wasser gefühlt wärmer ist als eine Badewanne. Nur den Rucksack müssen wir hier gut absichern, die Affen sind bekannt für ihre Diebeskünste und luchsen den Touristen regelmäßig das Essen ab.

Nach diesem Ausflug in den Nationalpark geht es für uns mit dem Auto weiter zurück aufs Festland und wieder ins Landesinnere. Am nächsten Tag haben wir einen Tagesausflug in den Regenwald Royal Belum mit einem lokalen Führer geplant. Auch in diesem Nationalpakt gibt es noch viele wilde Tiere, so werden regelmäßige Elefanten in der Gegend gesichtet und auch Tapire und Tiger sind im dichten Dschungel zu Hause. Wir starten um 06:00 Uhr Früh und treffen unseren Guide beim Bootssteg. Da der Nationalpark einen großen See beheimatet, werden wir per Boot tief in den Park hineingebracht. Unser erster Stopp ist eine Wanderung im dichten Regenwald zu einem wunderschönen Wasserfall – eine willkommene Abkühlung und natürliche Regenwalddusche. Weiter geht es mit dem Boot zu einer Siedlung von Ureinwohnern – die Orang Asli. Sie wohnen mitten im Dschungel in kleinen Dörfern, abgeschieden von der Zivilisation. Mit Blasrohren jagen sie Eichhörnchen und Affen als Nahrung und sie haben die Ausnahmeerlaubnis im Nationalpark mit Netzen zu Fischen. Unser Guide erzählt uns viel Interessantes zu ihrer Lebensweise, so kommt zum Beispiel alle zwei Wochen ein Arzt von „außen“ und es gibt auch eine eigene Schule für die Kinder im Dorf (Schulpflicht jedoch gibt es so nicht). Bei unserem nächsten Stopp zeigt uns der Guide einen natürlichen Salzleckstein. Die Tiere holen sich hier die ihre lebensnotwendigen Mineralien. Auch finden wir riesige Elefantenspuren, aber den Elefanten selber bekommen wir leider nicht zu Gesicht. Da wir schon recht hungrig sind, stärken wir uns gemeinsam mit dem Guide an einem Rastplatz und essen traditionell malaysisches Essen mit unseren Händen, wie es auch die Einheimischen machen. Für uns noch etwas ungewohnt, aber eine spannende Erfahrung. Unser letzter Stopp ist ein kleiner Wasserfall im Dschungel mit Badeteich. Es ist eine angenehme Abkühlung und nach kurzer Zeit werden wir von vielen kleinen Fischen beknabbert – eine Art Dschungel Fisch Spa. Abschließend werden wir wieder mit dem Boot aus dem Nationalpark zurückgebracht. Auch wenn wir keine großen Wildtiere gesehen haben, war es ein super schöner Tag in der Wildnis von Malaysien.

Der letzte Stopp unserer gesamten Reise wird für die nächsten Tage ein Inselurlaub auf den Perhentian Islands sein. Wir haben eine kleine Holzhütte am Strand für 4 Tage gebucht. Dafür werden wir von unserer Unterkunft in der nahegelegenen Stadt Kota Bahru abgeholt. Hier geben wir auch unser Mietauto zurück, der kleine malayische Perodua Myvi hat uns super Dienste geleistet und uns ohne Panne auf unserer Reiseroute zuverlässig begleitet.

Gleich nach der Ankunft auf der Insel sind wir sprachlos von der Schönheit dieses Ortes – wir sind im Paradies angekommen. Unsere Hütte hat direkt Meerblick und Zugang zum kleinen Privatstrand, es gibt nur 8 weitere Hütten und somit ist es sehr ruhig. Auch gibt es auf der Insel keine Autos oder Straßen, nur Regenwald und Strände – die einzelnen Siedlungen werden per Wassertaxi erreicht. Man kann hier ausgezeichnet Schnorcheln, Baden, die Insel zu Fuß erkunden und einfach die Seele baumeln lassen – das werden wir jetzt noch die letzten Tage tun, unser Abenteuer revuepassieren lassen und unsere 3 Monatsreise ausklingen lassen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle deine Website mit WordPress.com
Jetzt starten
%d Bloggern gefällt das: