Roadtrip durch Gippsland in Victoria mit Wilsons Promontory National Park, Gippsland Lakes Coastal Park und Camping im Croajingolong National Park!

Roadtrip durch Gippsland in Victoria mit Wilsons Promontory National Park, Gippsland Lakes Coastal Park und Camping im Croajingolong National Park!

Unser Tag beginnt nach einer ruhigen Nacht auf Philips Island mit ein wenig Hausarbeit – wir sind jetzt insgesamt eine Woche unterwegs und müssen unsere Sachen waschen. Das bietet sich im Campingplatz mit Waschmaschine und Trockner gerade an. Danach geht’s zum Highlight des Tages, in den Philips Island Wildlife Park! Dort können wir den australischen „Wildtieren“ ganz nahe sein und die Kängurus, Wallabys und Emus mit Futterpellets füttern – sie sind sehr zutraulich und an Besucher gewöhnt und lassen sich streicheln und kraulen. Ich bin absolut verzaubert von diesen Tieren. Vor den Emus habe ich zu Beginn noch großen Respekt und schicke Thomas vor – es stellt sich jedoch heraus, auch sie sind zahm und wollen einem maximal den Futterbeutel stehlen.

Nach diesem tollen Erlebnis fahren wir los ins Gippsland, die südöstlichste Region vom Bundesstaat Victoria, mit vielen tollen Sandstränden und Nationalparks. Unser erstes Ziel ist der Wilsons Prom National Park, unser südlichster Punkt auf der Reise und ein wunderschöner riesiger Park mit Regenwald und weißen Sandstränden. Wir planen eine Übernachtung direkt im Nationalpark am Campingplatz. Was wir jedoch auf halber Stecke herausfinden ist, dass zum einen an diesem Wochenende ein verlängertes Wochenende in Australien ist und zum anderen die Australier ein sehr Camping-begeistertes Volk sind – alle Campingplätze die wir durchtelefonieren sind übers Wochenende voll ausgebucht. Wir erweitern unsere Suche und werden etwa eine halbe Stunde vor dem Nationalparkeingang fündig – ein wunderschöner Campingplatz in einer Bucht hat noch genau einen Stellplatz für eine Nacht frei – was für ein Glück! (Wild Campen trauen wir uns im Nationalpark nicht, auch weil wir gehört haben das es dafür zum Teil auch hohe Strafen gibt). Wir fahren zum Campingplatz, bekommen zur Begrüßung einige Maracujas (die am Campingplatz wachsen) geschenkt und machen eine kurze Wanderung zum Aussichtspunkt über die Bucht. Danach gibt’s feinste Pasta mit Pesto und bei Vogelgezwitscher (es gibt wirklich viele, viele bunte wilde Papageien am Campingplatz) und Meerrauschen schlafen wir ein.

Bisher waren alle Campingplätze sehr wenig belegt, aber an diesem Wochenende ist wirklich sehr viel Betrieb. Wir stellen fest, dass die Australier sehr gut ausgestattet sind was das Campingequipment betrifft – mit großen Autos und Wohnwagen, Anhängern, Booten und Kanus, Zelte die so groß sind wie kleine Häuschen. Dagegen wirkt unser Camper Van auffallend klein und wir werden gefragt, wo wir denn unser Zelt aufbauen werden. Das wir im Van auch schlafen ist vermutlich für die Einheimischen etwas komisch – auch wenn unser Nachbar meint: „Nice setup!“ (Nette Ausstattung).

Am nächsten Morgen machen wir uns gestärkt nach einem Camping-Frühstück auf den Weg in den Nationalpark Wilsons Prom. Wir entscheiden uns für eine Wanderung auf den Mount Bishop und durch den Farn-Wald. Auf halber Strecke bekomme ich den Schock meines Lebens – unsere erste Begegnung mit einer Giftschlange. Sie liegt direkt am Rand des Wanderwegs und macht auch keine Anstalten zu fliehen als wir kommen. Mein Herz schlägt bis zum Hals und ich will schon umdrehen, aber Thomas beruhigt mich, geht an der Schlange vorbei (und muss natürlich ein Foto machen) und auch ich überwinde mich. Ab diesem Zeitpunkt pumpt das Adrenalin durch meinen Körper und meine Augen sind auf den Boden vor meinen Füßen gerichtet, wer will schon versehentlich auf so ein Tier stehen. Im Nachhinein finden wir heraus, dass es sich (wahrscheinlich) um eine Tiger Snake handelt. Da wird einem wieder bewusst, dass wir nicht in Österreich sind und wir hier einfach anders aufpassen müssen, speziell wenn man sich so wie wir nicht auskennt. Wir erreichen den Gipfel und werden mit einem schönen Ausblick über den Nationalpark und die Sandstrände belohnt. Nach dem erfolgreichen und schlangenfreien Abstieg gibt’s eine Stärkung im Nationalparkcamp und danach eine Erholungspause am Squeeky Beach (benannt nach dem Sand, der unter den Füßen quietscht). Da wir auch diese Nacht nicht im Nationalpark verbringen können auf Grund des Ansturms an diesem Wochenende, fahren wir aus dem Park raus und Richtung Osten – die Gippsland Lakes sind unser nächstes Ziel. Um dem Problem der ausgebuchten Campingplätze diese Nacht zu entgehen, entscheiden wir uns für einen „free“ Campingplatz – ein Parkplatz an dem freies Camping erlaubt ist direkt am Meer. Es gibt hier keine wirklichen Einrichtungen wie z. B. Duschen, aber zumindest ein WC, und daher ist der Platz auch nicht überrannt. Für eine Nacht reicht es uns und wir werden mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt.

Am nächsten Morgen geht es dann nach dem Frühstück weiter Richtung Gippsland Lakes und wir machen zu Mittag Halt im kleinen Ort Lakes Entrance – hier gibt es wunderschöne Strände und es ist auch touristisch noch einiges los. Nach der Mittagspause und einem Strandbesuch am 90 Miles Beach geht die Fahrt weiter durch den Croajingolong National Park. Die Distanzen sind einfach unvergleichbar mit zu Hause. Wir fahren ca. zwei Stunden durch dichtes Waldgebiet, ohne auch nur eine einzige Siedlung zu sehen. Der Nationalpark ist riesengroß und sehr grün (die vielen Wildtierwarnschilder deuten auch auf eine hohe Dichte an Koalas, Wallabys und co. hin). Man sieht auch immer wieder Abschnitte mit schwarzen Baumstämmen, von vergangenen Feuern – im Nationalpark haben wir auch gelesen, dass diese Feuer essenziell wichtig sind für die Vegetation und in manchen Fällen sogar von der Nationalparkverwaltung kontrolliert gelegt werden müssen, damit der Vegetationszyklus funktioniert. Die Baumstämme der Eukalyptus zum Beispiel sehen aus wie verkohlt und schälen dann die äußerste Baumrinde ab, darunter wächst wieder gesunde Baumrinde nach.

Gegen frühen Abend kommen wir am Campingplatz, den wir in weiser Voraussicht heute vorreserviert haben, an und es ist wieder ein besonders schöner Platz. Wir haben auch einen tierischen Nachbarn – neben unserem Camper auf einem Baum wohnt ein Koalabär. Bisher waren wirklich alle Campingplätze wunderschön gelegen und auch die Ausstattung mit WC, Dusche etc. lässt keine Wünsche offen. Man sieht auch hier, dass die Australier gerne campen und die Plätze dementsprechend gut hergerichtet sind. Da uns in den letzten Tagen der Akku am Laptop ausgegangen ist, stehe ich jetzt gerade in der Damendusche bei den Föhnsteckern und schreibe diesen Blog. Währenddessen richtet Thomas gerade unser Bett her, damit wir wieder gemütlich bei Meeresrauschen einschlafen können.

3 Antworten zu “Roadtrip durch Gippsland in Victoria mit Wilsons Promontory National Park, Gippsland Lakes Coastal Park und Camping im Croajingolong National Park!”

  1. So great to read this post, laughed about you standing in the women’s shower to write it! Thank you for sharing, it makes me feel I am on holiday too! A big hug to you both

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